Die alten Fotos zeigen jene vier Orte in der Vergangenheit. Durch die Stereofotografie werden diese in einer »Pseudorealität« dargestellt, wodurch der Betrachter sie auf eine andere Art für sich entdecken kann. Meine Erinnerungen finden sich in Textform wieder, dieser wurde im Handsatz gedruckt: die Bleibuchstaben prägen sich in das Papier wie Ereignisse in das Gedächtnis. Der Bildteil wurde im Pigment-Druckverfahren erstellt. Durch den Dialog der »alten« und »neuen« Medien wird (m)eine Geschichte erzählt und die Dimension der Zeit verdeutlicht. Erinnerung als selbstkonstruierte Realität wird in medialer Form im Zusammenspiel von digitalem Druckverfahren sowie Text im klassischen Buchdruck zum Ausdruck gebracht.
Die Arbeit verbindet vier Orte meiner frühen Kindheit miteinander: Salecina (Schweiz), Haller Weg (Bielefeld), Spiekeroog und Forst (Lausitz). Für jeden Erinnerungsort entstand ein eigenständiger Faltbogen. Die Bildsprache verknüpft alte Bilder (Fundstücke wie Kleinbild-Abzüge, Dias, Super8-Film) aus den Jahren 1985 bis 1987 als Faksimiles und neue Aufnahmen von 2007 als Stereofotografien. Die vier Faltbögen (960 x 460 mm) – jeweils im Schutzumschlag – befinden sich in einem Schuber (333 x 246 x 24 mm).